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Hochstammreben
Hochstamm in der Rebschule
Frisch gepflanzte Hochstammreben
Hochstammreben im zweiten Standjahr
Vergleich Hochstammreben (links) normale Reben (rechts)

Unter Hochstammreben versteht man Pfropfreben, welche eine deutlich längere Unterlage (ca. 80 cm) besitzen. Der Pfropfkopf, und somit auch der erste Trieb ist deshalb direkt nach dem Pflanzen schon in einer Höhe von ca. 70 cm, kurz unterhalb des Biegedrahtes. 

 

Dieses hat einige deutliche Vorteile:

- Das Ausbrechen und aufbinden des Stammes ist nicht mehr notwendig. Ein einmaliges anbinden der Hochstammrebe im oberen Bereich genügt vollkommen.

- Die Austriebe können nicht durch Hasen- oder Kaninchenfraß geschädigt werden.

- Bereits im Pflanzjahr kann der Boden mit Herbiziden behandelt werden.

- Aufgrund des größeren Holzanteils (langer Stamm) sind auch mehr Reservestoffe vorhanden, somit ist oft im Pflanzjahr ein vitaleres Wachstum erkennbar.

- Ein weiterer Vorteil ist der Wegfall des Stammausbrechens, da die Unterlage ja geblendet ist, und somit kein Unterlagenaustrieb mehr erfolgen sollte.

 

Es gibt aber auch Nachteile:

- Eine Hochstammreben ist deutlich schwieriger zu erzeugen und wird deshalb auch zu einem deutlich höheren Preis als eine kleine-normale Pfropfrebe angeboten.

- Der Drahtrahmen (zumindest erster Draht) muss zeitnah nach dem Pflanzen erstellt werden, damit die Pflanzstäbchen an diesem befestigt werden können, und somit die Hochstammreben einen festen Halt haben.

- Ein neuer Stammaufbau von unten ist nicht möglich (z.B.: nach extremem Frost, Schwarzholz- oder Escainfektion). Die Gefahr des Ausfalls nach Frost scheint jedoch geringer, da die Unterlagen im allgemeinen frostester sind als unsere Edelreisssorten, und somit die Hauptschädigungsstellen bis zu einer Höhe von ca 50 cm mit diesen frostfesteren Arten abgedeckt sind.

 

Folgende Regeln sollte man bei der Pflanzung von Pfropfreben jedoch beachten:

- Da Hochstammreben meist schnell ausverkauft sind, empfiehlt es sich diese sehr rechtzeitig zu bestellen. Für unser aktuelles Angebot wechseln sie bitte zu unserem Pfropfrebenangebot.

- Um gerade in jungen Jahren einen gewissen Rückschnitt zu ermöglichen, sollte der Kopf der Hochstammrebe ca. 10 cm unterhalb der Höhe des später gewünschten Kopfes sein. Dieser kurze Stammaufbau von 10 cm gibt eine gewisse Freiheit bei dem Rebschnitt.

- Obwohl die Hochstammreben im ersten Jahr oft sehr gut anwachsen, sollten sie im zweiten Jahr nicht zu stark angeschnitten werden, da auch eine Hochstammrebe die Wurzelmasse zuerst noch bilden muss.

 

Als Nachpflanzreben sind Hochstammreben in weiten Teilen Deutschlands schon fast Standard. Es werden aufgrund der vielen Vorteile aber auch immer mehr ganze Junganlagen mit Hochstammreben bepflanzt.

Es gibt sehr wenige Winzer, welche nachdem Sie einmal Hochstamm gepflanzt haben, wieder kleine Pfropfreben bevorzugen.